Nie in meinem Leben hätte ich mir eine so wunderschöne Zeit in einem Austausch erträumen können. Vor zwei Jahren in der Aula erfuhr ich zum ersten Mal von der Möglichkeit, einen Austausch machen zu können. Diese Idee faszinierte mich sofort. Meine Eltern, ebenfalls begeistert, unterstützten mich voll und ganz, bei der Entscheidung, einen Aufenthalt in Spanien zu machen. Die Organisation International Experience machte es mir sehr leicht, diesen zu organisieren.
Als ich endlich Monate später am Abend am Flughafen ankam, traf mich schlagartig die Erkenntnis, dass mein Austausch tatsächlich begann. Mir wurde ganz kribbelig, und als ich schon von Weitem meine Gastfamilie erblickte, konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Die erste Heimfahrt und das Abendessen waren sehr entspannt, doch schon am nächsten Tag tauchte ich komplett in den spanischen Alltag ein.
Spanien ist ganz anders als die Schweiz. Die Schulen sind alle rundherum ummauert, weshalb man bei einer Verspätung nur mit Klingeln ins Gebäude reinkommt. Das wirkt anfangs einschüchternd, allerdings taucht man im Inneren dieser Wände in eine neue Welt ein. Die Personen in der Schule sind alle wie eine zweite Familie. Alle duzen sich, egal ob Lehrer oder Schüler. Auch Umarmungen zwischen ihnen sind ganz normal. Manchmal wird der Unterricht durch spassige Aktivitäten ersetzt, wie beispielsweise Just Dance. Die Stimmung ist dabei locker und alle lachen zusammen.
Um 14 Uhr war Schulschluss, weshalb ich auch nachmittags immer viel Zeit hatte, um Sachen zu unternehmen. Auf diese Weise traf ich auch auf ganz viele andere Austauschschüler aus ganz Europa. Den Grossteil meiner Freizeit verbrachte ich mit ihnen. Anfangs war es noch sehr kalt. Deswegen gingen wir öfters mal ins Kino, spielten Billard oder trafen uns, um etwas zu essen. Als dann schon bald der Frühling kam, wurden Baden und Sonnen am Strand oder Spaziergänge durch die Gegend unser neuer Alltag. Später wurden auch die Vorrunden der Fussball-Weltmeisterschaft ein neues Highlight.
Mit meiner Gastfamilie hatte ich ein Riesenglück. Ich hatte eine Gastmutter und zwei Gastschwestern, beide ungefähr in meinem Alter. Mit meinen Gastschwestern ass ich immer zu Mittag und abends assen wir alle zusammen. Statt an einem Tisch zu essen, machten wir es uns immer auf dem Sofa gemütlich und redeten miteinander oder schauten eine Serie auf Netflix. Alle drei waren sehr lieb, lustig und immer hilfsbereit, wenn ich etwas brauchte. Und am schönsten war es, dass ich mich tatsächlich wie ein Mitglied der Familie fühlte.
Insgesamt war mein Austausch ein unglaubliches Erlebnis, welches mir den Einblick in eine neue Welt verschaffte, in der ich viele Leute kennenlernte und neue sehr gute Freundschaften schloss.
Mary Thormann

