Erfahrungsbericht über meinen Austausch in Chile mit AFS

Meine Austauschorganisation war AFS. Ich habe mich für AFS entschieden, weil ich vorher schon viel Gutes von Freunden und Bekannten gehört hatte.

Meine Reise ging in ein Städtchen namens Castro auf der Insel Chiloé im Süden Chiles. Dort wurde ich von meiner Gastfamilie ganz herzlich empfangen. Es war eine besondere Situation, denn ich lebte in einem reinen Frauenhaushalt: meine alleinerziehende Gastmutter, drei Gastschwestern und meine „Tía“. Das Haus war mittelgross und wir waren oft auf engem Raum. Wir mussten uns viel Platz teilen, aber genau das hat uns enger gemacht. Meine Gastschwestern sind für mich wie richtige Schwestern geworden, und meine Gastmutter war auch wie eine Mutter für mich. Sie hat sich so liebevoll um mich gekümmert und mich wie ihren eigenen Sohn behandelt. Ich habe mich von Anfang an wie ein Teil der Familie gefühlt.

Ich besuchte eine öffentliche Schule mit ungefähr 40 Klassen, die jeweils 40 Schüler:innen umfassten. Alles war irgendwie kaputt: die Türen, die Fenster, die Toiletten. Die Lehrpersonen unterrichteten sehr selten, sodass wir viel Zeit miteinander hatten, um Spiele zu spielen und uns besser kennenzulernen. Am Anfang mussten wir täglich sechs Stunden für einen grossen Tanzauftritt üben, den wir dann vor 1000 Menschen aufführten.

Das Beste an meiner Zeit waren die Menschen und die vielen Reisen. Ich bin mehrmals mit meinen Gastschwestern und meinem Gastvater in den Norden gefahren, nach Puerto Montt, Puerto Varas und Talca. Einmal bin ich alleine nach Quillota zu einem Kollegen gereist.

Am Anfang meines Aufenthaltes gab es noch eine grössere Sprachbarriere, doch wir haben uns trotzdem immer irgendwie verstanden und es lustig gehabt.

Die Rückkehr in die Schweiz war für mich sehr emotional. Einerseits freute ich mich sehr, meine Familie und Freunde wiederzusehen, andererseits fiel es mir unglaublich schwer, nicht nur meine Freunde, sondern meine neue chilenische Familie zu verlassen. Das Schönste war, dass meine Gastfamilie zu mir sagte: Jonas, du kannst immer kommen, wenn du möchtest. Das ist auch dein Haus. Sie liessen mich sogar den Schlüssel behalten.

Ich kann jedem nur empfehlen, so einen Austausch zu machen!

Jonas Hanhart