Exkursion der Klasse 4d nach Genf – Diplomatie, Geschichte und interntionale Zusammenarbeit

Am 6. Mai 2026 reiste die Klasse 4d nach Genf zur Preisverleihung des Eduki-Wettbewerbs im Palais des Nations, dem europäischen Hauptsitz der UNO. Unser Wettbewerbsbeitrag war im Rahmen des Geschichtsunterrichts zum Thema Industrialisierung entstanden: Gemeinsam erarbeiteten wir ein Miro-Board zur Entwicklung von Technik, Wirtschaft und Gesellschaft – von der vorindustriellen Zeit bis zur «Industrie 5.0». Damit griff unser Projekt zentrale Aspekte des Wettbewerbsthemas «Gemeinsam vernetzt: menschlich – digital – nachhaltig» auf. 

Auch wenn wir keinen Preis gewannen, war es spannend, Teil der Veranstaltung zu sein und die Projekte anderer Klassen aus der ganzen Schweiz kennenzulernen.

Am Mittag besuchten wir das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum. Dort standen humanitäre Hilfe, die Suche nach Vermissten und die Frage im Zentrum, wie Menschen in Kriegs- und Krisensituationen unterstützt werden können. 

Henri Dunant und die Entstehung des Roten Kreuzes

Wir beschäftigten uns mit der Geschichte von Henri Dunant und lernten, dass Dunant ursprünglich Kaufmann war und nach der Schlacht von Solferino spontan Hilfe für Verwundete organisierte. Davon hatten wir bereits im Geschichtsunterricht im Zusammenhang mit dem Risorgimento in Italien gehört. Besonders eingängig war der Gedanke „Tutti fratelli“ – „Alle sind Brüder“, egal von welcher Nation oder Kriegspartei. Beeindruckend war auch die Erkenntnis, dass Dunant ursprünglich auf Geschäftsreise war, seine Reise nach den Erlebnissen von Solferino aber abbrach und sich fortan für Verwundete einsetzte.

Der Internationale Suchdienst

Ein zweiter Schwerpunkt war der Internationale Suchdienst des Roten Kreuzes. Wir erfuhren, wie Millionen handgeschriebener Karteikarten genutzt wurden, um vermisste Soldaten und Familienangehörige ausfindig zu machen. Für viele Familien bedeutete diese Arbeit Hoffnung - oft  aber auch Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Das Rote Kreuz hatte somit nicht nur die Aufgabe, Verbindungen wiederherzustellen, sondern musste den Familien in manchen Fällen auch Todesnachrichten übermitteln.

Fotos aus Ruanda

Besonders bewegend war die Ausstellung zu Ruanda. Dort erfuhren wir, wie Kinder, die oft nicht einmal die Namen ihrer Eltern kannten, nach dem Genozid 1994 mithilfe fotografischer Suchaktionen wieder mit ihren Familien zusammengeführt wurden. Beeindruckend war vor allem, dass über 90 Prozent der Kinder wieder ein Zuhause fanden – teilweise auch bei Nachbarn oder Verwandten .

Srebrenica und die Suche nach Vermissten

Auch der Ausstellungsraum zum Völkermord in Srebrenica 1995 hinterliess bleibenden Eindruck. Ein Banner erinnerte an die Männer und Jugendlichen, die während des Krieges in Bosnien-Herzegowina verschwanden. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig das Rote Kreuz bei der Suche nach vermissten Familienmitgliedern ist.

Kriegsgefangene

Berührend war der Raum über Kriegsgefangene. Zu sehen waren Gegenstände, die Gefangene aus einfachen Materialien wie Stofffasern, Seife oder Zigarettenschachteln hergestellt hatten. Besonders faszinierend war ein Miniaturmodell einer Moschee, das einige inhaftierte Frauen aus den Fasern ihrer Kleider angefertigt hatten. Die Objekte zeigten eindrücklich, wie Menschen selbst unter schwierigsten Bedingungen versuchten, Hoffnung und Kreativität zu bewahren.

UNO und Eduki-Preisverleihung

Am Nachmittag ging es weiter zum Palais des Nations gleich gegenüber, wo wir – nach einer gründlichen Sicherheitskontrolle – an der Eduki-Preisverleihung teilnahmen. In Erinnerung bleiben der riesige Versammlungsraum (wegen Renovationen leider nicht der grosse UNO-Saal), die internationale Atmosphäre, die mehrsprachigen Reden sowie ein kreativer Auftritt zum Thema künstliche Intelligenz. 

Vor dem Gebäude betrachteten wir nochmals die Fahnenallee mit den Flaggen der UNO-Mitgliedsstaaten und den „Broken Chair“, das bekannte Mahnmal gegen Landminen. Dann spazierten wir zurück zum Bahnhof. 

Die Exkursion ermöglichte es uns, Themen aus dem Unterricht direkt vor Ort zu erleben und das internationale Genf mit UNO, Rotkreuz und humanitären Organisationen besser kennenzulernen.

Die Klasse 4d, begleitet von Kerstin Peter und Paul Rauber