Kulturwoche der Klasse 4i in Genf

Vom 28. September bis zum 2. Oktober verbrachten wir gemeinsam mit unserer Klasse eine Arbeitswoche in Genf, wo wir verschiedene kulturelle Angebote und internationale Organisationen kennenlernten. Dabei wurde oft die Frage gestellt, wie denn eigentlich verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen und Lebensweisen zusammenleben. Verschiedene Besuche ermöglichten es uns, eine Verbindung zwischen Genfs Geschichte und seiner heutigen Bedeutung herzustellen.

Zu Beginn der Woche besuchten wir die Kathedrale Saint-Pierre und erhielten einen ersten Einblick in die Geschichte Genfs. Der Besuch des Musée de la Réforme vertiefte diese Eindrücke. Die Reformation hat gezeigt, wie stark Überzeugungen eine Gesellschaft verändern. Daraus entstand auch eine Verbindung zu unserem späteren Besuch bei der UNO. Dort suchten wir nach Antworten, wie man bei multikulturellen Gesellschaften mit verschiedenen Ansichten vorgehen kann, um gemeinsam Lösungen zu finden, auch wenn sich politische und historische Umstände unterscheiden.

Die Schifffahrt und der Jet d’eau öffneten eine weitere Perspektive Genfs, wir lernten dadurch die Stadt und ihre öffentlichen Plätze kennen. Der See bietet Raum für Erholung und Begegnungen der Menschen. Unsere individuellen Kurzvorträge trugen ebenfalls dazu bei, während des Entdeckens der Stadt mehr über die Sehenswürdigkeiten zu lernen und weitere Zusammenhänge zu verstehen.

Der Schokoladenworkshop und der Besuch des Patek-Philippe-Museums zur Wochenmitte verbanden dann die Geschichte Genfs mit deren handwerklicher Tradition. Dort wurde uns die Bedeutung von Genauigkeit, Präzision und kunstvoller Arbeit deutlich gemacht. Der Flohmarkt auf dem Plainpalais ergänzte diese Eindrücke, durch Gegenstände mit einer Geschichte und Vergangenheit.

Unser Weg führte ebenfalls in das malerische Quartier Carouge, was uns zeigte, dass Genf und seine Umgebung vielseitige und auch sehr verschiedene Seiten haben. Der Besuch von Tschekows „Oncle Vanja“ in einem kleinen Theater in Carouge erweiterte die kulturellen Eindrücke. Dort begegneten wir der Frage, wie das Zusammenleben auf einer persönlichen Ebene funktionieren soll. Im Theaterstück wurden Enttäuschung und Spannung zwischen Menschen deutlich gemacht. Dies zeigt, dass die Verständigung nicht nur zwischen Staaten, sondern auch innerhalb von Familien oder kleinen Gruppen eine Herausforderung darstellt.  

In der zweiten Wochenhälfte rückte mit der UNO und dem Rotkreuzmuseum das internationale Genf in den Mittelpunkt. Während die UNO die Verständigung zwischen Staaten verdeutlichte, machte „la Croix-Rouge“ persönliche Konflikte sichtbar. Beide zeigen und suchen Lösungen für Konflikte. Im Vergleich zum Patek-Philippe-Museum wurde damit ein Gegensatz deutlich: Genf steht sowohl für Wohlstand als auch für den Einsatz von Menschen in Not. 

Zum Abschluss besuchten wir noch das ethnografische Museum, was die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lebensweisen und Kulturen weiterführte. Andere Kulturen kennenlernen bedeutet offen für Neues zu sein. In diesem Sinn zeigten auch die guten gemeinsamen Abendessen mit der Klasse während dieser Woche auf eine alltägliche Weise die Unterschiede zwischen verschiedenen Kulturen. Die Arbeitswoche vermittelte nicht nur einen Eindruck von Genf, sondern gab uns auch die Gelegenheit, Offenheit, Diversität und gegenseitiges Verständnis im Alltag zu leben. 

Leon Seidel und Julian Hummel 4i