Das erste tschechische Wort, welches wir auf unserer Maturareise nach Prag gelernt haben, war: «Pivovar», was ins Deutsche übersetzt «Brauerei» heisst. Ausserdem haben wir gelernt, dass bequeme Schuhe “für Mädchen und Jungs” in Prag essenziell sind – dies wissen wir dank Erika. Erika war die nette rothaarige Dame, die uns durch das Jüdische Viertel geführt hat und ihre eigenen Standardsprüche zum Besten gab. Sie hat uns viel über die verschiedenen Synagogen, Friedhöfe und das Judentum erzählt und uns vieles beigebracht. Das Ganze dauerte einige gute Prager Halbstunden (wie Erika sagen würde).
Ob auf dem Gokart, der Tram oder dem Boot – überall haben wir die Kultur von Prag gespürt und kennengelernt. Auf der Prager Burg war dies vermutlich am meisten der Fall, da wir beinahe von der Burgwache während ihres Marsches überrannt wurden. Ansonsten haben wir die Nationalbibliothek Klementinum besucht und sind auf die Altstädter Brückentürme gestiegen. Was jedoch auch zur Prager Kultur gehört, sind die unglaublich schrecklichen touristischen Souvenirshops. Ob skurrile Socken oder Stifte, man findet dort alles, was das touristische Herz begehrt. Um sich danach von der Reizüberflutung zu erholen, braucht man nur ein paar Schritte weiterzugehen, um sich beim nächsten Chimney-Cake-Geschäft zu stärken. Ein Chimney Cake ist ein traditionelles Gebäck, welches aus süssem Hefeteig besteht, der spiralförmig um eine Holzspindel gewickelt, in Zucker gewendet und über offenem Feuer oder im Ofen gebacken wird. Unsere Klasse ist nach einem erfolgreichen Workshop sogar als ausgebildete Chimney-Cake-Bäcker:innen zertifiziert.
Ein weiteres Highlight auf der Reise war unser Ausflug, der uns aus der Stadt Prag hinausführte, um im Kart-Zentrum ordentlich aufs Gas zu drücken. Nach einer wenig aussagekräftigen Einführung, bei welcher uns lediglich gesagt wurde, dass im Falle eines Unfalls niemand helfen würde, weil wir selbst für uns verantwortlich seien, ging es ab auf die Rennstrecke. Der Gedanke, dass der nette Herr am Schalter lediglich eine Ambulanz rufen würde, beunruhigte uns nicht wirklich, da wir uns für phänomenale Rennfahrer hielten. Mit reichlich Benzingeruch in der Lunge rasten wir Runde für Runde Richtung Ziel. Schlussendlich wurde Herr Wenger natürlich Nummer 1, eng gefolgt von Raffael, Alessia und Umberto.
Doch die Kirsche auf unserer Torte war eindeutig unsere Klassengemeinschaft. Ob Fussballschauen mit Herrn Wenger und Frau Vseticka, Kartenspielen in der Pivovar oder auch Mario Kart auf dem Zimmer zu spielen, um den Tag abzurunden – alles war unvergesslich. Als Klasse haben wir unsere gemeinsame Zeit immer genossen und sind dadurch als Gruppe bis zum Schluss immer stärker zusammengewachsen. Mit müden Füssen, vielen Erinnerungen und vollen Fotogalerien kehrten wir mit unserem ganzen Stolz, der Nobless Line, zurück nach Hause.