Romreise der Griechisch- und Lateinschüler:innen 4d/5d

Vom 13. bis 17. Mai 2026 verbrachten wir, die Griechisch- und Lateinschüler:innen der Klassen 4d und 5d, fünf abwechslungsreiche und lehrreiche Tage in Rom. Während unserer Kulturreise konnten wir zahlreiche bedeutende Zeugnisse der Antike und der römischen Geschichte vor Ort entdecken und unser Wissen aus dem Unterricht auf eindrückliche Weise vertiefen. Auf dem Programm standen unter anderem das Kolosseum, das Forum Romanum, der Petersdom, das Pantheon sowie ein Ausflug nach Ostia Antica. 

Dank der grosszügigen finanziellen Unterstützung des VEGL (Ehemaligenverein des LG) konnten wir das geplante Programm durchführen und von vielen spannenden Führungen und Besichtigungen profitieren. Dafür sind wir sehr dankbar.

Am Mittwochnachmittag kamen wir am Bahnhof Roma Termini an. Von dort wurden wir mit dem Taxi zu unserem Hotel, dem Camplus San Pietro, gebracht. Nach einer kurzen Erholungspause machten wir uns auf den Weg zu unserer ersten Exkursion, dem Museum der Ara Pacis. Mithilfe eines Videos, eines Modells und eines Vortrags erhielten wir interessante Einblicke in verschiedene Themen der römischen Geschichte, darunter der Bau der Sonnenuhr des Augustus, die Nachfolger Caesars sowie die Familiengeschichte des Kaiserhauses. Zudem erfuhren wir viel über die Geschichte und Bedeutung der Ara Pacis.

Die Ara Pacis („Altar des Friedens“) wurde zwischen 13 und 9 v. Chr. zu Ehren von Kaiser Augustus errichtet. Sie symbolisiert den Frieden und die Stabilität, die Augustus nach einer langen Zeit von Bürgerkriegen im Römischen Reich geschaffen hatte. Besonders bemerkenswert sind die kunstvollen Reliefs, die Mitglieder der kaiserlichen Familie, religiöse Prozessionen sowie Szenen aus der römischen Mythologie darstellen. 

Die Ara Pacis gilt als eines der bedeutendsten Denkmäler der augusteischen Zeit und als wichtiges Zeugnis der politischen Selbstdarstellung des ersten römischen Kaisers.

Nach dem Museumsbesuch betrachteten wir ausserhalb des Gebäudes verschiedene historische Inschriften an den Mauern. Anschliessend begaben wir uns gemeinsam in ein Restaurant zum Abendessen. Den restlichen Abend hatten wir zur freien Verfügung, um die Stadt zu erkunden oder uns nach der Anreise auszuruhen.

Am Donnerstagmorgen fuhren wir nach dem Frühstück in unserer Unterkunft Camplus zum Colosseum. Der Bus hielt direkt vor dem monumentalen Gebäude, worauf wir ausstiegen und, wie es selbst die Römer schon getan hatten, unsere Tickets vorwiesen und Zugang erhielten. Zuerst mussten wir eine Sicherheitskontrolle passieren, bevor wir von einem Guide abgeholt wurden, der uns in die unteren Teile des Amphitheaters führte. Es erwartete uns ein Labyrinth aus originalen römischen Mauern, welche die hölzerne Tribüne trugen, zwischen denen aber auch Tierkäfige für verschiedene Kampfszenen untergebracht waren. Ausserdem zeigte uns der Guide einen intakten Tunnel, durch den die Gladiatoren von ihrem Trainingskomplex (Ludus Magnus) ins Colosseum geschritten waren. Nach einem Rundgang auf den höheren Ebenen des Kolosseums und dem Mittagessen machten wir uns auf den fünfminütigen Weg auf den Palatin, einen hohen Hügel, von dem aus man einen wunderbaren Ausblick auf die antiken Foren und Tempel geniessen konnte. Hier standen damals die Kaiserresidenzen; eine davon, die Domus Augusti (das Haus des Augustus), konnten wir besuchen. Danach liefen wir hinunter zum Forum Romanum, wo wir die verschiedensten erhaltenen Bauten bewunderten und dabei die Zeit vergassen, sodass wir zur nächsten Station, einer Bootstour, fast rennen mussten. Diese führte den Fluss Tiber hinauf bis zum Castello Sant’Angelo und weiter, worauf sich unsere Gruppe aufteilte und individuell die Stadt Rom mit ihren Läden, Gelaterien, und Gassen erkundete. 

Fabrice (5d) & Georg (4d)

Am Freitag machten wir einen Ausflug zum Petersdom im Vatikan. Dort nahmen wir an einer Führung teil, bei der uns ein Guide viel über die Geschichte der Kirche und des Vatikans erzählte. Der Dom beeindruckte uns besonders durch seine zahlreichen kunstvollen Details sowie die prachtvollen Mosaiken und Bronzearbeiten. 

Zur Mittagszeit teilten wir uns auf: Zwei von uns gingen mit Frau Debrunner essen, während die anderen weiterzogen. Nach dem Mittagessen in einem Pasta-Restaurant und einem Besuch in einem lustigen Entenladen, machten wir uns auf den Weg zum Pantheon. Unterwegs kamen wir an der Piazza Navona vorbei und konnten den schönen Brunnen auf dem Platz bestaunen.

Als wir den Platz vor dem Pantheon erreichten, war dieser voller Tauben, Möwen und Menschen. Dennoch fielen sofort die riesigen Säulen ins Auge, die unglaublich gross und glatt wirkten. Im Inneren des Pantheons war es angenehm ruhig. Ganz oben in der Kuppel befindet sich eine grosse Öffnung, der sogenannte Oculus. Das Besondere daran ist, dass Regenwasser, das durch diese Öffnung eindringt und dank des leicht geneigten Bodens über ein ausgeklügeltes Abwassersystem abfliessen kann. Ob dies tatsächlich funktioniert, konnten wir jedoch nicht selbst feststellen, da der Himmel den ganzen Tag klar blieb.

Den Rest des Tages genossen wir unsere Freizeit, die später leider durch eine Gewitterwarnung der Stufe Gelb unterbrochen wurde.

Hannah & Yona (4d)

Schon früh am Samstagmorgen fuhren wir mit dem Zug nach Ostia Antica. Dort erwartete uns eine spannende Führung durch die antike Stadt. 

Ostia wurde als Hafen für Rom gegründet und wuchs schnell zu einem der wichtigsten Handelszentren heran. Am wichtigsten war der Handel mit Getreide. Das erkennt man am besten daran, dass es ein ganzes Warenhaus nur mit Getreide gab. Gleich daneben wurde das Getreide zu Mehl und dann Brot verarbeitet. Ausserdem besuchten wir den Platz, wo die Händler ihre Wahren anboten. Dort konnte man vor jedem der vielen Läden ein Mosaik bewundern, welches erklärte was im Angebot stand. Weitere beeindruckende Mosaike fanden wir in den vielen Badeanstalten in Ostia Antica. Besonders eindrücklich war das Mithräum, ein unterirdisch liegender Raum, in dem der geheimnisvolle Mithras-Kult ausgeübt wurde. Es lag direkt unter einer Thermenanlage und war sogar mit ihren Gängen verbunden. Neben einer anderen Badeanstalt lag eine öffentliche Toilette. Die Beschreibung der dort herrschenden „Sitten und Bräuche“ erschienen uns ziemlich befremdlich. Uns erschreckte auch, dass bei einem Brand in den dicht bevölkerten Stadtteilen, die Häuser einfach abgerissen wurden, um eine Ausbreitung des Feuers zu erschweren. Um dieses Scenario zu verhindern, wurde in den mehrstöckigen Insula kein Feuer gemacht und demnach auch nicht gekocht. Die Bewohner solcher Häuser besuchten nahegelegene Tavernen. In einer solchen Taverne konnte man ein Fresko bewundern, auf dem das Angebot des Ladens aufgezählt war. 

Nachdem wir uns reichlich an alten Steinen erfreut hatten, fuhren wir mit dem Zug zum Strand von Ostia. Dort verpflegten wir uns in einer lokalen Pizzeria. Das Eis zur Nachspeise ging selbstverständlich nicht vergessen. Sobald die Gruppe das Mittagessen beendet hatte, brachen wir zum Strand auf. Dort angekommen mussten wir erfahren, dass der Durchgang über den privaten Badestrand verboten war und wir einen Weg zum öffentlichen Strand suchen mussten. Als wir eine gute Stelle gefunden hatten, blieben wir dort für wenige Stunden bevor wir abermals von einem Regenguss vertrieben wurden. Während dieser Zeit gingen einige von uns baden, andere gruben ein sehr tiefes Loch am Strand. 

Dieses besondere Erlebnis im antiken Ostia haben wir dem VEGL (Ehemaligenverein des LG) zu verdanken, der grosszügig zu unserem Budget beigetragen hat. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken!

Die Rückfahrt verlief reibungslos und die Gruppe traf sich erst um acht Uhr am Abend wieder für ein letztes gemeinsames Abendessen als Abschluss für eine wunderschöne, interessante Woche in Rom.

Selina (4d), Anouk (4d) & Valentin (5d)

Am Sonntag erwartete uns die Heimreise in die Schweiz. Nach einem Frühstück ging es in die Taxis, die uns zum Bahnhof brachten. Bevor wir uns jedoch von Rom verabschiedeten, waren für uns eine Kirche und zwei Museen im Schnelldurchlauf eingeplant. In der Kirche schlug uns kühle Luft entgegen. Ein Gottesdienst fand statt und wir betrachteten eine Zeit lang die christlichen Kunstwerke. Eine Besonderheit fand sich noch in einem Bogen der Kirche. Aus einem kleinen Loch brach Licht zu den Marmorboden herunter und produzierte so die Sonnenuhr, nach der sich Rom damals gerichtet hatte. Im Thermenmuseum konnte man viele Objekte sehen, die mit dem römischen Leben zusammenhing: Urnen, Lampen, Schreibmaterialien und auch viele Texte auf Metall oder Stein. In unserem letzten Museum, dem Palazzo Massimo, waren viele Fresken und Mosaike, also Kunstwerke, in vielen verschiedenen Techniken. Daraus musste jeder ein Kunststück auswählen und kurz etwas darüber erzählen, was man daran schön oder interessant fand, was darüber bekannt ist. Beispielsweise gab es fünf Meter hohe Wände eines Schlafzimmers, mit mythischen Szenen bemalt. Es schuf ein schönes räumliches Gefühl und spielte mit jedem Zuschauer durch die hohe Position des Fluchtpunkts. Nach einem hektischen Rennen zum Zug, hatten wir es geschafft, es war Zeit Rom zu verlassen und nach Hause zurückzukehren. Und mehrere Stunden später war es so, dass unsere schönen Tage in Rom zu Ende kamen.

Yuma & Rain (5d)

Die Romreise wird uns allen als spannende, lehrreiche und erlebnisreiche Woche in bester Erinnerung bleiben. Die zahlreichen Eindrücke aus der antiken und modernen Stadt Rom sowie die gemeinsamen Erlebnisse haben diese Reise zu etwas Besonderem gemacht.

An dieser Stelle möchten wir dem VEGL nochmals herzlich für die grosszügige Unterstützung danken. Der Beitrag des Ehemaligenvereins hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir dieses vielfältige Programm erleben und den Ausflug nach Ostia Antica durchführen konnten.

Die Griechisch- und Lateinschüler:innen der Klassen 4d & 5d mit Unterstützung der Lehrerinnen Chiara Pfisterer & Margaretha Debrunner