Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich in Zürich ins Flugzeug stieg, um nach Schweden zu fliegen. Das Abenteuer ging endlich los. Als wir abhoben, liess ich mir die letzten Monate durch den Kopf gehen. Ich hatte alles mit meiner Austauschorganisation AFS, die ich sehr empfehlen kann, organisiert, meiner Familie und meinen Freunden auf Wiedersehen gesagt. Jetzt lag das bisher grösste Abenteuer meines Lebens vor mir. Ich wusste, dass es nicht immer einfach sein und viel Mut brauchen würde, doch ich war bereit, mich dieser Herausforderung zu stellen.
An das Leben in Schweden habe ich mich schnell gewöhnen können. Ich ging auf das erste Gymnasium, welches der zehnten Klasse entspricht. Vieles vom Schulstoff war Repetition. Die Klasse bestand grösstenteils aus Migrantenkindern, was mir einen Einblick in verschiedene Kulturen gab, aber auch herausfordernd war: Die meisten mussten nach der Schule nach Hause gehen, um im Haushalt zu helfen oder auf die kleineren Geschwister aufzupassen. Engere Kontakte blieben daher erschwert.
Meine Gastfamilie in Örebro mit den beiden Töchtern war sehr einladend und spontan. Ich hatte anfangs Schwierigkeiten, mich an ihren wechselnden Rhythmus und den etwas chaotischen Alltag zu gewöhnen. Sie funktionierten ganz anders als meine Familie in der Schweiz. Mit der Zeit ging es immer besser, auch wenn ich mich zwischendurch nicht immer ganz wohl gefühlt habe. Gelegentlich spielte ich mit dem Gedanken, die Gastfamilie zu wechseln, bin aber froh, dies nicht umgesetzt zu haben: Sie sind mir immer mehr ans Herz gewachsen und zu meiner zweiten Familie geworden. Ich bin dankbar, in dieser Entwicklung eng von meiner AFS-Kontaktperson betreut worden zu sein.
In meiner Freizeit hatte ich nebst Aktivitäten mit meiner Familie auch die Möglichkeit, Unihockey in einer Mannschaft mit grossen Ambitionen zu betreiben, was eine sehr wertvolle Erfahrung war und mir gute Freundschaften ermöglichte. Zusätzlich habe ich noch Querflötenunterricht genommen. Als Mitglied eines Blasorchesters nahm ich an Einsätzen im städtischen Leben teil (Einweihungsfeiern, Fussballmatches und 1. Mai-Parade).
Zurück in der Schweiz fand ich rasch in meinen, vor dem Austauschjahr gewohnten, Alltag zurück. Es war für mich nicht schwierig, mich wieder in der Klasse zu integrieren, doch das frühe Aufstehen und die langen Unterrichtstage waren ungewohnt. Ich hatte nach der Rückkehr ein Lager, welches von AFS organisiert war, um wieder in der Schweiz anzukommen und mich mit den anderen Austauschschülern austauschen zu können, was mir half, das Erlebte besser einzuordnen.
Alles in allem hatte ich ein sehr bereicherndes Austauschjahr und würde es jederzeit wieder wagen. Ich habe viel über mich selber gelernt, meine Fähigkeit weiterentwickelt, in eine fremde Kultur und Sprache einzutauchen, mein Denken und Handeln zu hinterfragen und mich in andere Sichtweisen zu versetzen. AFS hat mich in diesem Prozess nach meinem Bedürfnis unterstützt.
„Var nyfiken, inte dömande – be curious, not judgmental“
Sara Hauri
Weitere Erlebnisberichte und alle wichtigen Informationen zu einem Auslandaufenthalt findest du unter den folgenden Links:
Informationen und Unterlagen zu Sprachaufenthalten.
Mein Austauschjahr in Alicante
Erfahrungsbericht über meinen Austausch in Chile mit AFS

